familia, seit 2001

Familie Breslauer, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familie Reissner, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Alex Julius und Istvan, c-print, Diasec, 100 x 100 cm

Familie Pfingsten, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familie Jüngels, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familie Jüngels, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Hochleitner mit Sohn, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familie Bagel, c-print, Diasec, 50 x 60 cm

Familie Marc, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familie Geising, c-print, Diasec, 90 x 106 cm

Familia Purdy, c-print, Diasec, 100 x 129 cm

Familie Bishop, c-print, Diasec, 90 x 115 cm

Familie Hartmann, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Familia Manchot, c-print, Diasec, 138 x 200 cm

Familie Palmer, c-print, Diasec, 90 x 125 cm

Ida und Simon Mayer, c-print, Diasec, 90 x 113 cm

Katharina Mayer "familia"

                                                                            

Der zentralen Bedeutung der Familie als weltweit verbreitete, universelle Lebensform und eine der bedeutendsten Institutionen bei der Vermittlung von ethischen und moralischen Werten, gilt das Hauptinteresse Katharina Mayers in ihrem Projekt "familia", an dem sie seit 2001 arbeitet. Religion, Gemeinsamkeit, Konfliktfähigkeit, Verantwortung, Liebe und Toleranz werden gemeinhin über die Familie vermittelt. Die Fotografin besucht Familien in europäischen Städten, um sie in ihrem Wohnumfeld und bisweilen auch in ihren Gärten zu fotografieren. Sie bedient sich dabei der bewährten Form des Gruppenbildes, wie man sie früher anlässlich besonderer Familienfeste beim Fotografen im Studio machen ließ.

Ein Familienporträt bildet die Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem. Diese Grenze zu finden und auf ihr zu experimentieren, ist das Anliegen der Künstlerin. Deshalb greift sie mit einfachen, inszenatorischen Stilmitteln in das Bildgeschehen der  ansonsten traditionellen Kompositionen ein: Ein junger, auf dem Fußboden eines Wohnzimmers kniender Mann, dessen Kopf und Oberkörper auf einem Tisch ruhen, während die Familie, die um ihn gruppiert ist, gebannt auf ihn blickt, hat dieses Quäntchen Absurdität, das Katharina Mayer in die Bilder dieser Serie gelegentlich einstreut.

Angeregt zu solchen irritierenden Arrangements wurde die Künstlerin von einer Schwarzweißfotografie aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, bei dem eine Familie gleichmäßig um einen Tisch angeordnet und ein kleiner Junge mit einem langen Bart verkleidet ist, was dem Bild einen seltsamen, humorvollen Unterton verleiht.

Der vielschichtigen Herausforderung, das das Thema Familienporträt an eine Künstlerin stellt, nähert sich Katharina Mayer, indem sie die Anordnung mehrerer Menschen auf einem Bild so gestaltet, dass sie dabei die Bedeutung des einzelnen nicht aus dem Blick verliert.

Sie macht die Aufnahmen meist in den Privaträumen der Protagonisten, weil die Menschen dort optimal in ihrer sozialen Lebenswelt, in ihrer Beziehung zueinander, in ihrer stummen Sprache untereinander gezeigt werden können. Die Interaktion zwischen den Personen, bestehende Hierarchien, verwandte Gesten und Körpersprache interessiert Katharina Mayer hierbei am meisten.

                                                             

Dr. Rupert Pfab, Hamburg 2005

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